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Barrierefrei twittern


Kleiner Leidfaden für große Erleichterungen

05.05.2014 (fjh)
Auf guten Websites ist Barrierefreiheit heute beinahe schon selbstverständlich. Zwar gibt es immer noch Mängel, aber im Großen und Ganzen geht es hier voran.

Anders hingegen sieht das manchmal bei Twitter aus. Selbst soziale Einrichtungen und Behinderte twittern nicht immer barrierefrei. Allerdings liegt das vermutlich vor allem daran, dass sie sich der Barrieren gar nicht bewusst sind, die ihre Tweets enthalten.

Aus diesem Grund hat der Arbeitskreis Barrierefreies Internet (AKBI) einige Anregungen zusammengestellt, wie Twitterer unnötige Barrieren vermeiden können. Diese Aufstellung ist längst nicht vollständig. Ergänzungen und Kritik sind herzlich willkommen.

Einige Forderungen lassen sich leicht aus den allgemeinen Regeln für Barrierefreiheit ableiten. Andere haben AKBI-Aktive aus eigener Erfahrung zusammengetragen. Wieder andere ergeben sich aus Überlegungen zum Inhalt von Mitteilungen und ihrer Verständlichkeit bei der Darstellung im Kurznachrichtendienst.

Die 10 Gebote barrierefreien Twitterns

Links zu Bildern und Grafiken ohne einen aussagekräftigen Text grenzen Blinde aus.

Auch Textlinks ohne aussagekräftige Beschriftung sind im Web wie auf Twitter zu vermeiden.

Automatisch von Facebook, Blogs oder anderen Onlinediensten weitergetwitterte Links mit abbrechendem Text erschweren häufig das Verständnis gerade für die Nutzer von Screenreadern; daher sind hier kurze Statusmeldungen hilfreich.

Vor allem gehäuft in einem Tweet versammelte Abkürzungen führen oft zu miss- oder unverständlichen Aussagen; daher ist es manchmal besser, die Information auf zwei Tweets unter einem gemeinsamen Hashtag zu verteilen.

Eine Flut unwichtiger Nachrichten überfordert gerade die Nutzer von Sprachausgaben oder Braillezeilen, stört jedoch auch alle anderen User.

Den Originaltweet retweeten ist zur Verringerung der Nachrichtenflut auf der Timeline daher besser, als ihn neu als eigene Nachricht zu verbreiten.

Antworten an andere Follower sollten möglichst nicht an alle Follower gehen, sofern sie nicht klar nachvollziehbare Inhalte übermitteln. Daher ist der Follower, für den die Antwort bestimmt ist, am Beginn des Tweets zu nennen. Twitter verschickt den Tweet dann nur an alle gemeinsamen Follower.

Hinweise auf Leichte Sprache ohne Twittern in Leichter Sprache führt zur Ausgrenzung der angesprochenen Zielgruppe.

Vor allem Menschen mit Hörbeeinträchtigungen sind auf Twitter angewiesen und deswegen stärker an Kommunikationsstrukturen mit Bildern und verständlicher Sprache interessiert als andere User.

Ebenso wie in allen anderen Bereichen kann man Behinderte auch bei der Nutzung von Twitter nicht über einen Kamm scheren; alle müssen selbst ausprobieren, was für sie der richtige Weg zu einer sinnvollen Nutzung des Kurznachrichtendiensts ist.

Allgemeine Hinweise zur Nutzung von Twitter

Hashtags durch Markieren eines Worts mit einer vorangestellten #Raute erleichtern das Auffinden von Tweets zu einem bestimmten Thema. Man sollte sie gezielt und sparsam einsetzen.

Die Verwendung von Kurzlinks erlaubt längere und damit aussagekräftigere Texte. Kurze URLs können hier ebenfalls hilfreich sein.

Die Nutzung von barrierefreien Apps für PC oder Mobilgeräte ist der Nutzung der Twitter-Website vorzuziehen.

Vielen Menschen eröffnet Twitter einen zeit- und kräftesparenden Zugang zur Information. Barrierefreies Twittern unterstützt gerade diejenigen, die den Kurznachrichtendienst als Möglichkeit zur gezielten Aufnahme aktueller Nachrichten aus speziell ausgewählten Interessengebieten nutzen.
Franz-Josef Hanke und Jens Bertrams
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